Kreis Treuburg

Alles was Treuburg bewegt

Treuburg_Wappen
Q

Home

Kreis Treuburg

Aktuelles / Kalender

Familienforschung

Shop

Spenden

Nützliche Links

Kontakt

Treuburg_Olecko

Treuburg - Land der dunklen Wälder und langen Erinnerungen

Diese Seite ist ein Ort der Begegnung — für Menschen, deren Wurzeln in Treuburg und seiner Umgebung liegen, und für alle, die sich für die Geschichte dieser einzigartigen Region begeistern. Entdecken Sie 700 Jahre Geschichte: von der Gründung als Marggrabowa im Jahr 1560 über die bewegten Jahrhunderte preußischer Geschichte bis hin zur tiefen Zäsur der Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg. Tauchen Sie ein in die Geschichten der Menschen, der Dörfer und der Landschaft — und werden Sie Teil einer lebendigen Gemeinschaft, die diese Erinnerung weiterträgt.

Der Kreis Treuburg liegt im südlichen Ostpreußen, in der Landschaft Masuren — einem Land der dunklen Wälder, kristallenen Seen und weitläufigen Felder. Sein Zentrum war die Kreisstadt Treuburg, bis 1928 Marggrabowa genannt, gegründet in 1560 durch Markgraf Albrecht, Herzog von Preußen. Bekannt war sie vor allem durch ihren außergewöhnlich großen Marktplatz — mit rund sieben Hektar der größte im Deutschen Reich. Bei der Volksabstimmung vom 11. Juli 1920 stimmten 3.903 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, keine einzige Stimme fiel auf Polen. Als Anerkennung für diese Treue erhielt die Stadt 1928 ihren neuen Namen: Treuburg.

Im Kreis Treuburg gab es einst 100 Orte — Dörfer, Kirchspiele und Gutsbezirke, von denen viele heute nicht mehr existieren, aber in der Erinnerung ihrer ehemaligen Bewohner und Nachkommen lebendig geblieben sind. Auf dieser Seite sind derzeit folgende Kirchspielorte dokumentiert: Bolken-Czychen, Eichhorn-Sczeczinken, Herzogskirchen-Gonsken, Merunen-Mierunsken, Reuß-Groß Czymochen, Schareiken-Schareyken, Schwentainen sowie Wallenrode-Wielitzken. Die Liste wächst — im Laufe der Zeit werden hier immer mehr Orte mit ihrer Geschichte, ihren Einwohnern und ihren Bildern hinzukommen. Wer Dokumente, Fotografien oder Erinnerungen zu einem Ort beitragen möchte, ist herzlich eingeladen, sich bei uns zu melden.

Bolken / Czychen (heute Cichy)

Der Ort Bolken, früher Czychen genannt, wurde im Treuburger Heimatbrief THB 56 und THB 69 beschrieben. Seit 1945 trägt der Ort den polnischen Namen Cichy.

Zum Ort gehörte auch der Ortsteil Neusaß, der im Jahr 1845 aus einem einzelnen Gehöft entstand. Außerdem war Klein-Bolken, früher Grappendorf beziehungsweise Grapendorf genannt, eine Eigenkätner-Siedlung mit Erbverschreibung vom 13. Mai 1789.

Gründung und frühe Geschichte   mehr infos

Bolken wurde im Jahr 1554 als Bauerndorf gegründet.

Herzog Albrecht verschrieb durch seinen Amtshauptmann Lohrentz von Halle, auch Reinke genannt, dem Brose und dessen Bruder zu Czychen sowie Matzik Bolk von Plotzitznen insgesamt 3½ Hufen sowie weitere 35 Hufen Land, die mit Zinsbauern besetzt werden sollten.

Um 1800 war Czychen ein sogenanntes „meliertes Dorf“ mit eigener Kirche.

Volksabstimmung 1920

Bei der Abstimmung am 11. Juli 1920 über die Zugehörigkeit zu Ostpreußen stimmten 326 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen. Für Polen wurde keine einzige Stimme abgegeben.

Umbenennung 1938

Am 16. Juli 1938 wurde Czychen offiziell in Bolken umbenannt. Der neue Ortsname erinnerte an Matzik Bolk, einen der ersten Besitzer und Begründer des Dorfes.

Schule und öffentliche Einrichtungen

In Bolken befand sich eine zweiklassige Volksschule.

Dort unterrichtete als erster Lehrer Otto Parowka.

Zusätzlich gab es:

  • eine ländliche Berufsschule mit Lehrer Karl Bruckert aus Halldorf
  • eine hauswirtschaftliche Schule unter Leitung von Fräulein Swiderski aus Halldorf
  • eine Poststelle in Bolken

Kirche und Kirchspiel

Bolken war bereits seit 1566 Kirchort.

Der ursprüngliche Feldsteinbau der Kirche wurde unter König Friedrich Wilhelm I. im Jahr 1727 grundlegend erneuert.

In Bolken bestanden zwei Pfarrstellen, die gemeinsam für etwa 5.200 Gemeindeglieder zuständig waren.

Die beiden letzten deutschen Pfarrer waren Hermann Ederberg und Willy Reske.

Zum weitläufigen Kirchspiel Bolken gehörten außerdem die Orte:

Barnen, Borken, Diebauen, Eibenau, Friedberg, Griesen, Halldorf, Jürgen, Masuren, Neuendorf, Rogonnen, Rostau, Schuchten, Schwalg, Schwalgenort und Statzen.

Landwirtschaft und Dorfleben

Im Ort bestanden etwa 15 landwirtschaftliche Betriebe.

Der größte Betrieb war das Gut von Frau Frida von Gehren, geborene Groege. Zum Gut gehörten:

  • eine Gutsbrennerei
  • eine Gutsschmiede
  • eine Gutsstellmacherei

Neben der örtlichen Feuerwehr, die bereits vor 1914 bestand, war besonders in den 1920er Jahren auch ein Sportverein im Dorf aktiv.

Verwaltungsrechtliche Zuordnung

Bolken gehörte zu:

  • Standesamtsbezirk Bolken
  • Schiedsamtsbezirk Bolken
  • Kirchspiel Bolken
  • Amtsbezirk Reinkental
  • Gendarmerie-Abteilung I Treuburg
  • Gendarmerie-Amt Griesen

Einwohnerzahlen

Im Ort lebten:

  • 1910: 378 Einwohner
  • 1933: 286 Einwohner
  • 1939: 304 Einwohner

Seit 1945 trägt der Ort den Namen Cichy.   weniger Infos

Eichhorn / Sczeczinken (heute Szczecinki)

Der Ort Eichhorn, früher Sczeczinken genannt, wurde im Treuburger Heimatbrief THB 38 beschrieben. Seit 1945 trägt der Ort den polnischen Namen Szczecinki.

Weitere frühere Namensformen des Ortes waren Szeczinken, Szezincken, Zinnenberg und Zierenberg.

Gründung und frühe Geschichte  mehr info 

Am 23. Mai 1563 wurde der Ort zu Lehnrecht verliehen.

Herzog Albrecht verschrieb dem Albrecht Czezinsky insgesamt 33 Hufen Land.

Um 1800 war Sczeczinken ein adliges Dorf.

Volksabstimmung 1920

Bei der Abstimmung am 11. Juli 1920 über die Zugehörigkeit zu Ostpreußen stimmten 234 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen. Für Polen wurde keine einzige Stimme abgegeben.

Umbenennung 1916

Am 22. März 1916 wurde Sczeczinken offiziell in Eichhorn umbenannt.

Der neue Ortsname erinnerte an General Hermann von Eichhorn, der als einer der Befreier Ostpreußens im Ersten Weltkrieg galt.

Schule und öffentliche Einrichtungen

In Eichhorn befand sich eine einklassige Volksschule.

Dort unterrichtete Lehrer Bruno Grieger.

Kirche und Kirchspiel

Eichhorn erhielt erst in den Jahren 1927/1928 ein eigenes Kirchengebäude mit einem kleinen eingebauten Fachwerkturm.

Bereits im Jahr 1913 wurde Eichhorn zum Kirchdorf erhoben. Das Kirchspiel war jedoch stets mit dem Pfarramt in Merunen verbunden.

Zum Kirchspiel gehörten etwa 1.800 Gemeindeglieder.

Der letzte auch für Eichhorn zuständige Pfarrer war Manfred Mühle.

Zum Kirchspiel Eichhorn gehörten außerdem die Orte:

Deutscheck, Groß Retzken, Königsruh, Kreuzdorf, Rehfeld, Siebenbergen und Urbanken.

Verwaltungsrechtliche Zuordnung

Eichhorn gehörte zu:

  • Standesamtsbezirk Eichhorn
  • Schiedsamtsbezirk 1 Treuburg
  • Kirchspiel Eichhorn
  • Amtsbezirk Krupinnen
  • Gendarmerie-Abteilung I Treuburg
  • Gendarmerie-Amt Eichhorn

Einwohnerzahlen

Im Ort lebten:

  • 1910: 325 Einwohner
  • 1933: 296 Einwohner
  • 1939: 291 Einwohner

Seit 1945 trägt der Ort den Namen Szczecinki  weniger Infos

Herzogskirchen / Gonsken (heute Gąski)

Herzogskirchen, früher Gonsken genannt, trägt seit 1945 den polnischen Namen Gąski. Weitere frühere Namensformen des Ortes waren Gunska, Gunßtka und Gosty.

Der Ort wurde nach Herzog Albrecht benannt, da er als Gründer des Dorfes gilt und Herzogskirchen zugleich ein bedeutendes Kirchdorf war.

Gründung und frühe Geschichte  mehr infos

Herzogskirchen wurde bereits 1519 erstmals als Freidorf erwähnt.

Die offizielle Gründung als Bauerndorf erfolgte am 20. Mai 1539. Herzog Albrecht verschrieb durch seinen Amtshauptmann Lohrentz von Halle, auch Reinke genannt, dem Martzin Gunßka und dessen Sohn Stentzel insgesamt 6 Hufen sowie weitere 60 Hufen Land, die mit Zinsbauern besetzt werden sollten.

Um 1800 war Gonsken ein sogenanntes „meliertes Dorf“ mit eigener Kirche.

Volksabstimmung 1920

Bei der Abstimmung am 11. Juli 1920 über die Zugehörigkeit zu Ostpreußen stimmten 566 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen. Für Polen wurde keine einzige Stimme abgegeben.

Umbenennung 1938

Am 16. Juli 1938 wurde Gonsken offiziell in Herzogskirchen umbenannt. Der neue Name erinnerte sowohl an Herzog Albrecht als Gründer des Ortes als auch an die Bedeutung des Dorfes als Kirchort.

Schule und öffentliche Einrichtungen

In Herzogskirchen befand sich eine zweiklassige Volksschule.

Dort unterrichteten:

    1. Lehrer: Paul Kukowski
    1. Lehrer: Ludwig Reimler

 

Darüber hinaus gab es eine Poststelle in Herzogskirchen.

Kirche und Kirchspiel

Herzogskirchen wurde im Jahr 1741 evangelisches Kirchdorf.

Die erste Holzkirche wurde ebenfalls 1741 errichtet. In den Jahren 1831 bis 1833 entstand ein neuer Kirchenbau, der wesentlich unter dem Einfluss von Karl Friedrich Schinkel errichtet wurde.

Der Kirchturm wurde erst 1908/1909 an der Nordwestecke des Gebäudes angebaut.

Die Pfarrstelle war für etwa 3.000 Gemeindeglieder zuständig. Der letzte deutsche Pfarrer war Walter Schubert.

Zum Kirchspiel Herzogskirchen gehörten außerdem die Orte:

Babeck, Bartken, Dingeln, Heinrichstal, Kelchdorf, Kiöwen, Klinken, Podersbach, Saiden, Satticken, Schlöppen und Schwiddern.

Verwaltungsrechtliche Zuordnung

Herzogskirchen gehörte zu:

  • Standesamtsbezirk Herzogskirchen
  • Schiedsamtsbezirk Herzogskirchen
  • Kirchspiel Herzogskirchen
  • Amtsbezirk Herzogskirchen
  • Gendarmerie-Abteilung II Treuburg (Reuß)
  • Gendarmerie-Amt Kiöwen

Einwohnerzahlen

Im Ort lebten:

  • 1910: 697 Einwohner
  • 1933: 675 Einwohner
  • 1939: 604 Einwohner

Seit 1945 trägt der Ort den Namen Gąski.  weniger Infos  

Merunen / Mierunsken (heute Mieruniszki)

Der Ort Merunen, früher Mierunsken genannt, trägt seit 1945 den polnischen Namen Mieruniszki.

Weitere frühere Namensformen des Ortes waren Mieruntzken, Meruniske und Merunischken.

Gründung und frühe Geschichte  mehr infos

Merunen wurde am 11. November 1541 als Bauerndorf gegründet.

Herzog Albrecht verschrieb durch seinen Amtshauptmann Caspar von Aulack dem Johann, Augustin, Woyteg und Jakob Piotrasowitz von Turowen aus dem Stradaunischen zehn bereits 1537 gekaufte Hufen sowie weitere 100 Hufen Land, die mit Zinsbauern besetzt werden sollten.

Um 1800 war Mierunsken ein sogenanntes „meliertes Dorf“ mit eigener Kirche.

Volksabstimmung 1920

Bei der Abstimmung am 11. Juli 1920 über die Zugehörigkeit zu Ostpreußen stimmten 1.031 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen. Für Polen wurde keine einzige Stimme abgegeben.

Umbenennung 1938

Am 16. Juli 1938 wurde der Ortsname Mierunsken offiziell in Merunen angepasst.

Schule und öffentliche Einrichtungen

In Merunen befand sich eine vierklassige Volksschule.

Dort unterrichteten:

  • Hauptlehrer August Behrendt
  • Lehrer Fritz Petrat
  • Lehrerin Gertrud Klöß
  • Lehrer Werner Langenfeld

Darüber hinaus gab es eine Poststelle in Merunen.

Kirche und Kirchspiel

Merunen war bereits seit den 1540er Jahren Kirchort.

Die ursprüngliche Kirche wurde während des Tatareneinfalls in den Jahren 1656/1657 zerstört. Erst zwischen 1695 und 1710 konnte sie als verputzter Feldsteinbau neu errichtet werden.

Im Jahr 1913 wurde aus dem ursprünglichen Kirchspiel Merunen das neue Kirchspiel Eichhorn ausgegliedert. Dennoch blieb das Pfarramt Merunen weiterhin für den Sprengel Eichhorn zuständig.

Zum Kirchspiel gehörten etwa 3.800 Gemeindeglieder. Der letzte Pfarrer war Manfred Mühle.

Heute ist die Kirche von Merunen nur noch eine Ruine.

Zum Kirchspiel Merunen gehörten außerdem die Orte:

Bittkau, Buttken, Garbassen, Plöwken und Wiesenhöhe.

Landwirtschaft und Gewerbe

Im Ort bestanden etwa 50 landwirtschaftliche Betriebe.

Der größte landwirtschaftliche Betrieb war das Gut von Besitzer Kuhn.

Zu den gewerblichen Betrieben gehörten:

  • 6 Gasthäuser
  • 2 Schmieden
  • 1 Reparaturwerkstatt für Fahrräder und Motorräder
  • 2 Schuhmacher
  • 1 Stellmacher
  • 1 Tischler
  • 1 Apotheke
  • 1 Drogerie
  • 1 Arzt
  • 1 Friseur
  • 2 Fleischer
  • 2 Manufakturwarenläden

Die örtliche Feuerwehr bestand bereits seit 1909.

Merunen verfügte außerdem über vier Stationen an der Treuburger Kleinbahn.

Verwaltungsrechtliche Zuordnung

Merunen gehörte zu:

  • Standesamtsbezirk Merunen
  • Schiedsamtsbezirk Merunen
  • Kirchspiel Merunen
  • Amtsbezirk Merunen
  • Gendarmerie-Abteilung Reimannswalde
  • Gendarmerie-Amt Merunen

Einwohnerzahlen

Im Ort lebten:

  • 1885: 1.454 Einwohner
  • 1910: 1.309 Einwohner
  • 1933: 1.189 Einwohner
  • 1939: 1.088 Einwohner

Seit 1945 trägt der Ort den Namen Mieruniszki.  weniger Infos

Reuß / Groß Czymochen (heute Cimochy)

Der Ort Reuß, früher Groß Czymochen genannt, trägt seit 1945 den polnischen Namen Cimochy.

Zum Ort gehörte auch der Ortsteil Dziamowen, der im Jahr 1938 vollständig in Reuß aufging.

Weitere frühere Namensformen des Ortes waren Groß-Czymodien, Zarnowa und Dzimochen.

Gründung und frühe Geschichte  mehr infos

Reuß wurde am 20. Juli 1548 als Bauerndorf gegründet.

Herzog Albrecht verschrieb durch seinen Amtshauptmann Michael Eysack dem Lawrin, Brosyen, Thomek, Martzin, Zeschny und Klymeck sechs Hufen Wald sowie weitere 60 Hufen Land, die mit Zinsbauern besetzt werden sollten.

Um 1800 war Groß Czymochen ein sogenanntes „meliertes Dorf“.

Volksabstimmung 1920

Bei der Abstimmung am 11. Juli 1920 über die Zugehörigkeit zu Ostpreußen stimmten 419 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen. Für Polen wurde keine einzige Stimme abgegeben.

Umbenennung 1929

Am 22. Mai 1929 wurde Groß Czymochen offiziell in Reuß umbenannt.

Der neue Ortsname erinnerte an das Fürstengeschlecht Reuß sowie an den Gründer des Mutterdorfes Finsterwalde, das vor 1929 den Namen Alt Czymochen trug und im Kreis Lyck lag.

Schule und öffentliche Einrichtungen

In Reuß befand sich eine dreiklassige Volksschule.

Dort unterrichteten:

    1. Lehrer: Christian Grigat
    1. Lehrer: Walter Kaspera
    1. Lehrerin: Elfriede Karos

Zusätzlich bestand eine ländliche Berufsschule, deren Leiter Hauptlehrer Christian Grigat war.

Darüber hinaus gab es eine Poststelle in Reuß.

Kirche und Kirchspiel

Das Kirchspiel Reuß entstand durch die Abtrennung von der Pfarrei Kallinowen im Kreis Lyck.

Bereits seit 1906 plante man einen eigenen Kirchenbau in Groß Czymochen. Bis 1945 kam es jedoch nicht mehr zur Errichtung einer Kirche. Die Gottesdienste wurden deshalb in der Schule abgehalten.

Die Pfarrstelle war für etwa 2.500 Gemeindeglieder zuständig. Der letzte Pfarrer war Gottfried von Michwitz.

Zum Kirchspiel Reuß gehörte zusätzlich der Ort:

Draheim

Landwirtschaft und Gewerbe

Im Ort bestanden etwa 107 landwirtschaftliche Betriebe.

Der größte Betrieb war die Domäne.

Zu den gewerblichen Betrieben gehörten:

  • 3 Gasthäuser
  • 3 Schmieden
  • 1 Bäcker
  • 1 Schuster
  • 1 Schneider

Reuß besaß außerdem einen Bahnhof an der Reichsbahnstrecke nach Suwałki.

Sowohl am Bahnhof als auch an der Landstraße befand sich jeweils ein Zollamt für den Grenzübertritt nach Polen.

Verwaltungsrechtliche Zuordnung

Reuß gehörte zu:

  • Standesamtsbezirk Reuß
  • Schiedsamtsbezirk 1 Wallenrode
  • Kirchspiel Reuß
  • Amtsbezirk Reuß
  • Gendarmerie-Abteilung II Treuburg (Reuß)
  • Gendarmerie-Amt Reuß

Einwohnerzahlen

Im Ort lebten:

  • 1910: 551 Einwohner
  • 1933: 849 Einwohner
  • 1939: 778 Einwohner

Seit 1945 trägt der Ort den Namen Cimochy.  weniger Infos

Schareiken / Schareyken (heute Szarejki)

Zu Schareiken gehörte auch der Ortsteil Klein-Daniellen.

Eine ältere Namensform des Dorfes war Scharecken.

Der Ort wurde im Jahr 1566 als Bauerndorf gegründet. Herzog Albrecht verlieh durch seinen Amtshauptmann Lohrentz von Halle, genannt Reinke, dem Wawrinitz Rubents von Schareyko vier Hufen Land sowie weitere 40 Hufen, die mit zinspflichtigen Bauern besetzt werden sollten.

Gründung und frühe Geschichte  mehr infos

Um 1800 war Schareyken ein sogenanntes „meliertes Dorf“ mit eigener Kirche.

Volksabstimmung 1920

Bei der Abstimmung am 11. Juli 1920 über die Zugehörigkeit zu Ostpreußen stimmten 226 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen. Für Polen wurde keine einzige Stimme abgegeben.

Umbenennung 1938

Am 16. Juli 1938 wurde der Ortsname offiziell von Schareyken in Schareiken geändert.

Der Ortsname geht auf den ersten Besitzer und Begründer des Dorfes zurück.

Schule und öffentliche Einrichtungen

Im Ort bestand eine zweiklassige Volksschule. Dort unterrichteten:

  • erster Lehrer Reinhardt Vanhöffen
  • zweiter Lehrer Hans Bergfeld

Außerdem befand sich in Schareiken eine Poststelle.

Kirche und Kirchspiel

Schareiken war bereits seit 1577 Kirchort.

Die ursprüngliche Kirche brannte im Jahr 1677 ab und wurde 1719 durch eine verputzte Feldsteinkirche ersetzt.

Die Pfarrstelle betreute etwa 4.550 Gemeindeglieder. Letzter deutscher Pfarrer war Willy Glowienka.

Zum weitläufigen Kirchspiel Schareiken gehörten außerdem die Orte:

Friedensdorf, Gusen, Jarken, Kilianen, Kutzen, Moneten, Reimannswalde, Roggenfelde, Schönhofen, Seesken, Stosnau und Vorbergen.

Verwaltungszugehörigkeit

Schareiken gehörte zu:

  • Standesamtsbezirk Reimannswalde
  • Schiedsamtsbezirk Reimannswalde
  • Kirchspiel Schareiken
  • Amtsbezirk Schareiken
  • Gendarmerie-Abteilung Reimannswalde
  • Gendarmerie-Amt Reimannswalde

Einwohnerzahlen

Im Dorf lebten:

  • 1910: 253 Einwohner
  • 1933: 264 Einwohner
  • 1939: 309 Einwohner

Seit 1945 trägt der Ort den polnischen Namen Szarejki.  weniger Infos

Schwentainen (heute Świętajno)

Schwentainen galt einst als das schönste Dorf des Kreises Treuburg.

Zum Ort gehörten außerdem die Ortsteile Fichtenau, Gronden, Konradsfelde, Louisenhof und Paris.

Eine ältere Bezeichnung des Dorfes war Herrndorf.

Gründung und frühe Geschichte mehr infos

Schwentainen wurde am 16. März 1554 als Bauerndorf gegründet.

Herzog Albrecht verlieh durch seinen Amtshauptmann Christoph Glaubitz dem Sceppen Kouall vier Hufen Land sowie weitere 40 Hufen, die mit zinspflichtigen Bauern besetzt werden sollten.

Um 1800 war Schwentainen ein sogenanntes „meliertes Dorf“ mit eigener Kirche.

Volksabstimmung 1920

Bei der Abstimmung am 11. Juli 1920 über die Zugehörigkeit zu Ostpreußen stimmten 566 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen. Für Polen wurde keine einzige Stimme abgegeben.

Schule und öffentliche Einrichtungen

Im Ort bestand eine dreiklassige Volksschule. Dort unterrichteten:

  • Hauptlehrer Heinrich Neß
  • Lehrer Konrad Kahler
  • Lehrerin Lotte Krause

Außerdem befand sich in Schwentainen eine Poststelle.

Kirche und Kirchspiel

Schwentainen war bereits seit 1555 Kirchort.

Die ursprüngliche Kirche brannte im Jahr 1787 nieder und wurde drei Jahre später wieder aufgebaut, zunächst jedoch ohne Turm. Der Kirchturm wurde erst 1909 errichtet.

In Schwentainen bestanden zwei Pfarrstellen, die für etwa 4.770 Gemeindeglieder zuständig waren. Ab 1935 ist nur noch ein Pfarrer nachweisbar.

Letzter deutscher Pfarrer war Herbert Behrendt.

Zum Kirchspiel Schwentainen gehörten außerdem die Orte:

Bergenau, Duneiken, Fronicken, Giesen, Herrendorf, Herzogsmühle, Nußdorf, Sargensee, Suleiken, Tannau und Teichwalde.

Landwirtschaft und Gewerbe

Im Ort bestanden etwa 34 landwirtschaftliche Betriebe. Der größte Besitz war das Gut von Konrad Nordalm.

Zu den gewerblichen Einrichtungen gehörten:

  • drei Gasthäuser
  • zwei Schmieden
  • ein Stellmacher
  • zwei Bäcker
  • zwei Fleischer
  • ein Schuster
  • ein Schneider
  • eine Apotheke
  • ein Arzt
  • ein Tierarzt
  • ein Kaufhaus

Darüber hinaus gab es einen Landwirtschaftlichen Verein sowie einen Kriegerverein.

Schwentainen besaß außerdem eine Station der Treuburger Kleinbahn.

Verwaltungszugehörigkeit

Schwentainen gehörte zu:

  • Standesamtsbezirk Schwentainen
  • Schiedsamtsbezirk 1 Schwentainen
  • Kirchspiel Schwentainen
  • Amtsbezirk Schwentainen
  • Gendarmerie-Abteilung I Treuburg
  • Gendarmerie-Amt Schwentainen

Einwohnerzahlen

Im Dorf lebten:

  • 1910: 682 Einwohner
  • 1933: 761 Einwohner
  • 1939: 689 Einwohner

Seit 1945 trägt der Ort den polnischen Namen Świętajno.  weniger Infos

Treuburg / Marggrabowa (heute Olecko)

Treuburg war das Zentrum des gleichnamigen Kreises. Ursprünglich trugen Stadt und Kreis jedoch unterschiedliche Namen: Die Stadt hieß bis 1928 Marggrabowa („Markgrafenstadt“), während der Kreis bis 1933 den Namen Oletzko führte.

Bekannt war die Stadt vor allem durch ihren außergewöhnlich großen Marktplatz, der mit 28 preußischen Morgen beziehungsweise etwa sieben Hektar als der größte Marktplatz des Deutschen Reiches galt.

Zu Treuburg gehörten außerdem die Ortsteile Birkenort, Elisenhöhe, Grüneberg und Legahof.

Gründung und frühe Geschichte  mehr infos

Die Stadt wurde am 1. Januar 1560 nach Kulmer Recht von Markgraf Albrecht, Herzog von Preußen, gegründet. Anlass war ein freundschaftliches Treffen mit seinem Cousin, König Sigismund II. August von Polen-Litauen.

Zeitgleich gründete König Sigismund etwa 40 Kilometer entfernt auf polnisch-litauischem Gebiet die Stadt Augustów.

Im Jahr 1619 entstand auf einer vorgelagerten Halbinsel das Schloss Oletzko. Zuvor hatte sich dort bereits ein Jagdhaus gleichen Namens befunden. Das Schloss existiert heute nicht mehr. An seiner Stelle wurde später das Landratsamt errichtet, das heute als Berufsfachschule genutzt wird.

Volksabstimmung 1920

Bei der Abstimmung am 11. Juli 1920 über die Zugehörigkeit zu Ostpreußen stimmten 3.903 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen. Für Polen wurde keine einzige Stimme abgegeben.

Umbenennung

Als Anerkennung für diese „Treue zu Deutschland“ erhielt die Stadt am 21. Dezember 1928 den Namen Treuburg.

Der Kreis Oletzko wurde am 27. Juni 1933 ebenfalls in Kreis Treuburg umbenannt.

Schulen und öffentliche Einrichtungen

In Treuburg bestanden zahlreiche Schulen und öffentliche Einrichtungen:

  • Volksschule
    (Rektor Max Alkewitz)
  • Mädchenmittelschule
    (Leiter: Studiendirektor Dr. Ernst Steiner)
  • Oberrealgymnasium
    (Leiter: Studiendirektor Dr. Ernst Steiner)
  • Gewerbliche Berufsschule
    (Leiter: Gewerbelehrer Flick)
  • Gärtnerische Berufsschule
    (Leiter: Gartenmeister Kristott)
  • Landwirtschaftsschule mit Haushaltungsschule
    (Leiter: Dr. Smelkus)

Treuburg war außerdem Sitz der Kreisverwaltung sowie einer eigenen Stadtverwaltung.

Das Kreiskrankenhaus wurde 1935 errichtet und von Chefarzt Dr. Hans Reinert geleitet.

1938 entstand in der Schlossstraße ein neues Amtsgericht. Darüber hinaus befanden sich in der Stadt:

  • ein Finanzamt,
  • eine Polizeibehörde,
  • sowie ein Postamt.

Kirche und Kirchspiel

Bereits im Jahr 1552 werden für Marggrabowa zwei Geistliche erwähnt. Daraus lässt sich schließen, dass bereits damals eine Kirche bestand.

Bekannt ist, dass der Kirchturm 1646 eine neue Spitze erhielt, sodass spätestens im 17. Jahrhundert eine Kirche sicher nachweisbar ist.

Diese Kirche wurde während des Tatarenüberfalls von 1656 zerstört, jedoch unmittelbar wieder aufgebaut.

Es handelte sich um einen verputzten Backsteinbau mit vorgelagertem Westturm. Durch die Lage auf dem Kirchberg — der höchsten Erhebung am Marktplatz — war die Kirche weithin sichtbar.

Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde am selben Ort am 15. August 1987 eine neue katholische Kirche errichtet.

Zum evangelischen Kirchspiel gehörte neben der Stadt auch das umliegende Landgebiet.

Zwei Pfarrstellen betreuten etwa 10.000 Gemeindeglieder. Die letzten deutschen Pfarrer waren Horst Markowski und Johannes Perle.

Zum Kirchspiel Treuburg-Land gehörten außerdem die Orte:

Albrechtsfelde, Dullen, Erlental, Gordeiken, Jesken, Kalkhof, Krupinnen, Legenquell, Lengau, Markgrafsfelde, Moschnen, Prostkergut, Reinkental, Seedranken und Stobbenort.

Katholische Kirche und Synagoge

Neben der evangelischen Kirche bestand in Treuburg auch eine katholische Kirche, die zwischen 1859 und 1861 im neugotischen Stil errichtet wurde.

Die katholische Gemeinde des gesamten Kreises umfasste etwa 1.000 Gläubige.

Das Kirchengebäude überstand den Zweiten Weltkrieg unbeschädigt und wird bis heute als Kirche genutzt.

Außerdem besaß Treuburg eine jüdische Synagoge. Obwohl im gesamten Kreis meist nur zwischen 100 und 200 jüdische Einwohner lebten, bestand eine eigene Gemeinde.

Die Synagoge mit Rabbinerwohnung befand sich am Marktplatz und wurde während der Reichspogromnacht 1938 zerstört.

Verwaltungszugehörigkeit

Treuburg gehörte zu:

  • Standesamtsbezirke Treuburg Stadt und Treuburg Land
  • Schiedsamtsbezirke Treuburg 1 und 2
  • Kirchspiel Treuburg Stadt und Treuburg Land
  • kein Amtsbezirk (da kreisfreie Stadt innerhalb des Kreises)
  • Gendarmerie-Abteilung I Treuburg
  • Gendarmerie-Amt Treuburg

Einwohnerzahlen

In der Stadt lebten:

  • 1782: 1.620 Einwohner
  • 1818: 1.908 Einwohner
  • 1831: 2.490 Einwohner
  • 1867: 4.225 Einwohner
  • 1895: 5.021 Einwohner
  • 1910: 5.391 Einwohner
  • 1933: 6.629 Einwohner
  • 1939: 7.118 Einwohner

Seit 1945 trägt die Stadt wieder den polnischen Namen Olecko.

Bis heute ist Olecko Sitz der Stadt- und Kreisverwaltung (Powiat Olecki). Heute leben dort etwa 15.700 Einwohner (Stand 2024).  weniger Infos

Wallenrode / Wielitzken (heute Wieliczki)

Zu Wallenrode gehörte auch der Ortsteil Lindenhof.

Eine ältere Namensform des Dorfes war Welitzcken.

Gründung und frühe Geschichte  mehr infos

Der Ort wurde bereits vor 1540 als Bauerndorf gegründet.

Für das Jahr 1540 werden insgesamt 43 Hufen Land genannt. Der Schulze besaß davon vermutlich drei Hufen selbst, während die übrigen 40 Hufen mit zinspflichtigen Bauern besetzt werden sollten.

Um 1800 war Wallenrode ein sogenanntes „meliertes Dorf“ mit eigener Kirche.

Volksabstimmung 1920

Bei der Abstimmung am 11. Juli 1920 über die Zugehörigkeit zu Ostpreußen stimmten 395 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen. Für Polen wurde keine einzige Stimme abgegeben.

Umbenennung 1938

Am 13. September 1938 wurde Wielitzken offiziell in Wallenrode umbenannt.

Der neue Ortsname erinnerte an den Amtshauptmann von Wallenrodt.

Schule und öffentliche Einrichtungen

Im Ort bestand eine zweiklassige Volksschule. Dort unterrichteten:

  • erster Lehrer Gustav Brunk
  • zweite Lehrerin Erna Schmidt

Außerdem befand sich in Wallenrode eine Poststelle.

Kirche und Kirchspiel

Wallenrode war bereits in vorreformatorischer Zeit ein Kirchdorf.

Die erste Kirche wurde beim Tatarenüberfall des Jahres 1656 niedergebrannt. Bereits 1658 entstand ein Neubau, der jedoch kurze Zeit später einem Orkan zum Opfer fiel.

In den Jahren 1674 bis 1676 wurde schließlich ein neues Gotteshaus errichtet – eine Holzkirche auf Feldsteinfundamenten.

Der hölzerne Kirchturm wurde 1693/1694 angebaut.

Die Pfarrstelle war für etwa 4.000 Gemeindeglieder zuständig. Letzter deutscher Pfarrer war Werner Marienfeld.

Zum Kirchspiel Wallenrode gehörten außerdem die Orte:

Bärengrund, Gelitten, Gutten, Herzogshöhe, Kleschen, Markau, Müllersbrück, Richtenberg, Ringen, Wiesenfelde, Willkassen und Woinassen.

Verwaltungszugehörigkeit

Wallenrode gehörte zu:

  • Standesamtsbezirk Wallenrode
  • Schiedsamtsbezirk 2 Wallenrode
  • Kirchspiel Wallenrode
  • Amtsbezirk Wallenrode
  • Gendarmerie-Abteilung II Treuburg (Reuß)
  • Gendarmerie-Amt Wallenrode

Einwohnerzahlen

Im Dorf lebten:

  • 1910: 494 Einwohner
  • 1933: 616 Einwohner
  • 1939: 588 Einwohner

Seit 1945 trägt der Ort wieder den polnischen Namen Wieliczki. weniger Infos  

Q

* sind Pflichtfelder

Mit dem Absenden des Kontaktformulars stimme ich der Verarbeitung meiner Daten zu.